Rentenerhöhung: Tipps zur Steuerminderung

Für rund 21 Mio. Rentner steigen zum 1. Juli die gesetzlichen Rentenbezüge, im Westen um 3,22 %, im Osten um 3,37 %. Allerdings steigen durch die Erhöhung bei vielen Rentnern die Bezüge über den Freibetrag hinaus und werden dadurch steuerpflichtig. Von der gesetzlichen Rente ist aber immer nur ein gewisser Teil überhaupt steuerpflichtig. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt davon ab, wann der Rentenbezug begann.
 

Rentenfreibetrag
Wer 2005 oder früher in Rente ging, erhält 50 % seiner Bezüge grundsätzlich steuerfrei, den sogenannten Rentenfreibetrag. Jedes Jahr verringert sich der steuerfreie Anteil um 2 %, d. h. bei Renteneintritt 2017 liegt der Wert nur noch bei 26 %. Berechnet wird der Rentenfreibetrag auf Grundlage der Bezüge, die im ersten Jahr nach Renteneintritt gezahlt wurden. Er gilt nicht für die zwischenzeitlichen Erhöhungen. Zusätzlich darf jeder Rentner den Grundfreibetrag, der für jeden Steuerzahler gilt, in Anspruch nehmen. Für Ehepaare gilt natürlich der doppelte Betrag.
 

Aufwendungen absetzen
Wenn von der aktuellen Rente nach Abzug des individuellen Rentenfreibetrages und des Grundfreibetrages ein Betrag über Null bleibt, besteht Steuerpflicht und es muss eine Steuererklärung abgegeben werden. Genau wie Arbeitnehmer können sie Aufwendungen absetzen, also Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen, z. B. Krankheitskosten, die die individuelle Belastungsgrenze überschreiten.
 

Quittungen sammeln
Auch Werbungskosten verringern das zu versteuernde Einkommen. Das Finanzamt (FA) zieht hierfür automatisch 102 EUR ab – das ist deutlich weniger als bei Arbeitnehmern, für die 1000 EUR gelten. Allerdings können auch Rentner Werbungskosten geltend machen, die über den Pauschalbetrag hinausgehen, beispielsweise Kontoführungsgebühren, Gewerkschaftsbeiträge, Steuerberatungskosten und Sonderausgaben, wie z. B. Unfall- oder Haftpflichtversicherungen oder Spenden. Wichtig ist daher für Rentner, die neu steuerpflichtig werden, alle entsprechenden Quittungen zu sammeln. Mit allen Ausgaben dürfte das Einkommen vieler Rentner wieder unter dem Freibetrag liegen. 
 
Aber auch, wenn der zu versteuernde Betrag knapp über dem Freibetrag liegt, werden die FÄ oft nicht aktiv, weil der bürokratische Aufwand sich kaum lohnt. Das FA erhält automatisch die Daten von der Rentenversicherung und kann somit jederzeit feststellen, wer neu steuerpflichtig wird, dennoch ist die Steuererklärung eine Bringpflicht. Wenn weitere Einkünfte vorhanden sind, wie z. B. Mieteinnahmen, muss auf jeden Fall eine Steuererklärung abgegeben werden. Ein Versäumnis kann teuer werden und in drastischen Fällen auch zu empfindlichen Strafen führen.