Betriebsveranstaltung: Kein geldwerter Vorteil bei Bustransfer zum Veranstaltungsort

In einem aktuellen Fall zum Thema Betriebsveranstaltungen (Az. 9 K 580/17 L) hat das Finanzgericht Düsseldorf (FG) entschieden, dass die Kosten für einen Shuttle-Transfer zum Veranstaltungsort einer Betriebsveranstaltung nicht als geldwerter Vorteil anzusehen ist. Seit 2015 gilt für Betriebsveranstaltungen ein Freibetrag von 110 EUR pro Mitarbeiter, vorher – auch im betreffenden Zeitraum des Falls – war dies eine Freigrenze, die, sobald sie überschritten wurde, Lohnsteuer für den gesamten Betrag auslöste. Seit drei Jahren muss nur der Betrag, um den die 110 EUR überschritten werden, versteuert werden.
 
Im vorliegenden Fall hatte das zuständige Finanzamt – anders als die Klägerin – die Kosten für die An- und Abreise zur/von der Veranstaltung in den geldwerten Vorteil pro Mitarbeiter einberechnet und war so zu einer Überschreitung der 110-EUR-Grenze gekommen, wodurch für die gesamte Veranstaltung Lohnsteuer ausgelöst wurde. 
 
Das FG allerdings sah dies anders: Die An- bzw. Abreise zu/von einer Betriebsveranstaltung habe keinen eigenen Konsumwert für die Angestellten und könnte daher auch nicht als geldwerter Vorteil gewertet werden. Somit sei die Einrechnung in den Betrag von 110 EUR nicht zulässig, die Kosten seien stattdessen den Aufwendungen für den äußeren Rahmen der Veranstaltung zuzuschreiben.
 
Nach aktuellem Recht allerdings werden alle Kosten einer Betriebsveranstaltung in die Berechnung der geldwerten Vorteile mit einbezogen, auch solche, die den Mitarbeitern nicht individuell zuzuschreiben sind. Allerdings wiegt dies durch die Umwandlung der Freigrenze von 110 EUR in einen Freibetrag nicht mehr so schwer, da nicht durch eine minimale Überschreitung des Betrags gleich die Gesamtkosten die Steuerfreiheit verlieren.
 
Quelle: Justiz NRW